19.10.2009: An der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft: Ellen Sylvarnes
Ellen Sylvarnes - »Everything I Found and Endured«
Vernissage: Freitag, 16. Oktober 2009 von 19 - 22 Uhr
Die Künstlerin ist anwesend.
Wir begegnen geheimnisvollen Flaschen, die teils Reagenzgläsern teils archäologischen Funden ähneln und können den Dingen, Gegenständen lauschen, wie beispielsweise einem Stein, der Geräusche des Meeres wiedergibt: In dieser Ausstellung tritt der Besucher in eine neue Welt ein, die desorientierend und doch seltsam vertraut wirkt und die unser ambivalentes Verhältnis der Nähe und Ferne zu den Dingen in der Welt wiedergibt.
Ellen Sylvarnes ist eine „moderne Alchimistin“, eine Künstlerin, die gefundene und gesammelte Objekte mit akustischen Klängen versieht und zu rätselhaften, fast magisch wirkenden Objet trouvés kombiniert. Der Titel ihrer ersten Einzelausstellung in Berlin, in der Emerson Gallery Berlin „Everything I Found and Endured“ weist auf die verschiedenen Realitäten der Dinge, ihr Eigenleben, den persönlichen Gebrauch von Gegenständen und den jeweiligen Kontexten hin. Ellen Sylvarnes schafft in ihren Objekten, die still dastehen und aus denen Geräusche, Töne, Klänge eines seltsamen Eigenlebens hervordringen, unterschiedliche Referenzen.
Eine ihrer künstlerischen Fragen berührt unmittelbar unsere alltägliche Welt, das „in die Hand nehmen“ von Dingen und Gegenständen und die damit eng verbundene Tatsache der visuellen und räumlich-körperlichen Grenzen zwischen dem Menschen, den Dingen und ihren Hüllen, Atmosphären und ihrer Aura. Wo verlaufen die Grenzen zwischen uns, den Menschen und unserer Umgebung? Wenn etwas „verinnerlicht“ wird, verliert es dann seine Äußerlichkeit? Wird das Körperliche geistig? – das sind Fragen, die Ellen Sylvarnes in ihren Installationen, Environments und ortsbezogenen Projekten bewegen und die sie uns, den Betrachtern stellt. Eigens für Berlin entstand die Arbeit "With My Ear To The Ground", eine Zusammenarbeit mit dem Sozialprojekt "The Eternal Eve", einem kambodschanischen Seidenunternehmen betrieben von ehemaligen asiatischen Prostituierten. Mit ganzkörperlichen Abdrucken auf großformatigen Seidenbahnen schafft Sylvarnes ein sowohl feministisches wie auch existenzielles Statement, das gewohnte Ansichten in Frage stellt.
Die amerikanische Künstlerin arbeitet trotz des sensitiven Umgangs mit den Gegenständen, ihren Gebrauchsspuren, Farben und Formen mit einer wissenschaftlichen Genauigkeit. Eine Gewohnheit, die sie sich durch ihr Studium der Humanökologie angeeignet hat. Humanökologie liegt zwischen den Bereichen der Geistes- und Naturwissenschaften, sie erforscht die Wechselbeziehung zwischen Mensch, Gesellschaft, Umgebung und Umwelt.
Ellen Sylvarnes Schaffen erinnert uns an die ursprüngliche Einordnung der Künste in der Antike, als die Freien Künste und die Naturwissenschaften gleichberechtigt waren. Die Künstlerin stellt Fragen, die auf unsere Verletzbarkeit und unsere angegriffene Umwelt verweisen und setzt sich damit sowohl mit der Sozial- wie auch mit der Umweltpolitik auseinander.
Dauer der Ausstellung: 17. Oktober bis 14. November 2009
Öffnungszeiten: Di- Do 14 - 19 Uhr, Fr 11 – 19 Uhr, Sa 12 - 16 Uhr u. n. Vereinbarung
Emerson Gallery Berlin
Gartenstr. 1
D-10115 Berlin
Öffnungszeiten: Di- Do 14 - 19 Uhr, Fr 11 – 19 Uhr, Sa 12 - 16 Uhr
Tel: (030) 24047295
Fax: (030) 24047296
Mit der EMERSON Gallery Berlin (EGB) eröffnete im Herbst 2003 ein neuer Schauraum im vitalen und weiterhin expandierenden Galerienviertel „MitteNord“, zwischen Torstraße und Invalidenstraße. Die EMERSON Gallery Berlin präsentiert zeitgenössische Kunst und stellt insbesondere gesellschaftsbezogene Positionen zur Diskussion, ohne medienspezifisch ausgerichtet zu sein.
Das Profil der Galerie des aus New York stammenden Inhabers Russell Radzinski richtet den Fokus auf Standpunkte zur Gesellschaft, die im Werk der vertretenen Künstler – neben einer starken künstlerischen Sprache - in unterschiedlichem Maße zu erkennen sind.
Einen wichtigen Standpunkt zur Gesellschaft stellt das Editionskonzept dar. Begleitend zu den regulären Ausstellungen entsteht jeweils eine Edition mit einer Auflage von bis zu 50 Exemplaren mit einem Preis von max. 400 Euro. Dadurch bieten wir auch neuen oder jungen Sammlern die Möglichkeit, anspruchsvolle Kunst zu einem moderaten Preis zu erwerben und die Auseinandersetzung mit Kunst im eigenen Umfeld zu fördern. Ferner bietet die Galerie mit den kürzeren Intermezzo-Ausstellungen (7 bis 14-tägig) jungen und bisher unbekannten Künstlern mitunter erstmalig ein öffentliches Forum. Diese Präsentationen finden bis zu vier Mal im Jahr zwischen den regulären Ausstellungen statt und werden in Katalogheften publiziert.
Das kulturelle Rahmen- und Veranstaltungsprogramm vertieft den Dialog mit dem Publikum und dient der Erörterung von Fragen, die durch die präsentierte Kunst aufgeworfen werden. Durch Podiumsgespräche, Performances oder Lesungen beispielsweise regen wir Gespräche zwischen Künstlern, Kunstliebhabern, Wissenschaftlern, Geschäftsleuten und Politikern an. Diesem Zweck dient auch das jährlich stattfindende Sommerfest internationaler Kunst mit wechselndem Länderschwerpunkt. Es ermöglicht einen intensiveren Einblick in das aktuelle internationale Kunstgeschehen, auch in den Bereichen Darstellende Kunst oder Musik.
Nicht zuletzt: Als Exklusivanbieter des Corporate Supporters Program (CSP) spricht EGB die Wirtschaft an und ermöglicht eine fruchtbare Zusammenarbeit und Wechsel-beziehung zwischen Wirtschaft und Kultur.
Die Galerie ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Galerien e. V.