20.10.2009: Ausstellung "Wahlvergangenheit" von Gregor Cürten in der Zweigstelle Berlin
Die Ausstellung „Wahlvergangenheit“ des Malers Gregor Cürten (geb. 1947 in Hückeswagen) wird mit einer Einführung des Kunsthistorikers Dr. Ralf F. Hartmann, Leiter der Galerie Nord / Kunstverein Tiergarten am Freitag, den 16. Oktober um 19 Uhr in der Zweigstelle Berlin eröffnet.
Gregor Cürten studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, lebte und arbeitete in Köln und München, bevor es ihn 2005 nach Berlin zog. In seiner figurativ-narrativen Malerei greift Cürten einzelne Motive und Details wie Gesten, Gegenstände, Gesichter oder Szenen aus einer Fotografiesammlung von Privatfotos auf. Durch Cürtens besondere Maltechnik, einem pastosen, zeichnerischen Farbauftrag mit durchscheinender Eitempera und dem Verfahren der Enkaustik – mit Wachs gebundene Farbpigmente auf Leinwand gegossen – erhalten die scheinbar alltäglichen Motive aus unterschiedlichen Jahrzehnten eine seltsam prägnante Ästhetik, die zeitlos und vergänglich wirkt.
Gregor Cürtens analytisch-thematischer Umgang mit dem Bildsujet eines gesellschaftlich-kollektiven und zugleich privaten „Bild-Gedächtnisses“ und sein zeichnerischer, skizzierender Umgang mittels einer transparenten Malerei bauen in jedem Bild eine rätselhafte Spannung auf, die Fragen nach unserem gegenwärtigem Umgang mit dem Medium Bild in einer Zeit von „Bildverlust und Bilderflut“ aufwerfen.
Erinnerungsbilder sind immer mit einer bestimmten Zeit, einer Jahreszahl und Epoche verbunden, in der sich persönliche und politisch-gesellschaftsrelevante Geschehnisse parallel ereignen. Gregor Cürtens Bilder scheinen Abdrücke, Palimpseste dieser Bildräume und der in ihnen liegenden Vergangenheiten zu sein. Durch die malerische Präsenz changieren die Bildmotive zwischen den verschiedenen Vergangenheiten und der Gegenwart und sie sind zudem auch gesellschaftskritisch zu verstehen, wie Dr. Ralf F. Hartmann beschreibt: „Gerade um die Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses geht es dem Maler, wenn er sein subjektives Bildarsenal mit jener offiziellen Bildwelt der Geschichte abgleicht, um Verwerfungen, Überblendungen und Korrekturen kritisch zu analysieren und sie im Medium der Malerei nachvollziehbar zu machen.“
Eröffnung: Freitag, 16.10.2009, 19 Uhr
Einführung: Dr. Ralf F. Hartmann, Galerie Nord / Kunstverein Tiergarten
Finissage: Freitag, 13.11.2009, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Do/Fr 14 - 19 Uhr, Sa 10 - 14 Uhr und nach Vereinbarung
Zweigstelle Berlin
D-10557 Berlin
www.zweigstelle-berlin.de
„Zweigstelle Berlin“, - ein Projektraum, der unter der Leitung von Stucken Art Consulting aktuelle Positionen zeitgenössischer Kunst zeigt. Im Zentrum von Berlin, in unmittelbarer Nähe zum Hamburger Bahnhof bezog die „Zweigstelle Berlin“ 2008 Quartier am Hauptbahnhof in der Lehrter Str. 37, 10557 Berlin.
Andreas Stucken leitet diesen Projektraum, der zusammen mit Karen Irmer und Angela Stauber betrieben wird. Die 2 Künstlerinnen aus der ehemaligen Klasse von Sean Scully zeigen jeweils in Einzelausstellungen ihre Arbeiten, und wirken in nachfolgenden Projekten mit Gastkünstlern als Kuratorinnen mit.