Als karolingische Kunst bezeichnet man diejenige Kunst, die unter der Herrschaft der Karolinger ( 751 bis 987 ) im Frankenreich geschaffen wurde. Das Frankenreich erstreckte sich unter Karl dem Großen ( 747 bis 814 ) auf den Großteil des europäischen Festlandes. Karl der Große trug dazu bei, dass Europa trotz aller regionaler Unterschiede ein einheitlicher Kulturkreis wurde. Durch Klosterschulen ließ er im gesamten Reich die lateinische Sprache und antike Überlieferungen verbreiten. Unter Karl dem Großen kam es im Bereich der Kunst zur karolingischen Renaissance. Ausgehend vom kaiserlichen Hof kam es in Architektur, Dicht- und Buchkunst zu einem kulturellen Aufschwung.
Besonders wichtig für die karolingische Kunst war die Buchmalerei. Während zuvor bei den Merowingern die Buchmalerei rein klösterlich geprägt war, ging sie bei den Karolingern hauptsächlich von der Hofschule an Aachener Königspfalz aus. Die karolingische Buchmalerei war überaus kunstvoll gestaltet und zeugt von großer Vielfalt.
Auch im Bereich der Architektur hat die karolingische Kunst einiges zu bieten. Ein Meisterwerk karolingischer Baukunst ist der Aachener Dom aus dem Jahre 800, ursprünglich Pfalzkapelle Karl des Großen. Im Jahre 1978 wurden der Aachener Dom und der Domschatz zu UNESCO Weltkulturerbe erklärt.