Kunst und Kommerz waren schon immer eng miteinander verbunden. „Die Kunst geht nach Brot.“, lässt Lessing seinen Maler Conti in dem Drama „Emilia Galotti“ sagen. Und oft trifft dies wohl auch zu – schließlich müssen auch Künstler ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Natürlich gibt es das Ideal der Kunst mit ihrem Wert an sich, die vollkommen unabhängig von pekuniären Erwägungen ist. Viele Künstler ( van Gogh, Modigliani ) haben dieses Ideal gelebt, indem sie zeitlebens an ihren künstlerischen Visionen festhielten, auch wenn diese nicht den Zeitgeschmack trafen und sich somit nicht verkauften. Dennoch lassen sich Kunst und Kommerz im Allgemeinen nicht trennen: So fertigten Künstler im Mittelalter und in der frühen Neuzeit Werke für reiche Auftraggeber ( Kirche, Adlige ), um von ihrer Kunst leben zu können. Man mag es bedauern, dass Geld eine so große Rolle im Kunstbetrieb spielt, andererseits wären uns viele exquisite Werke der Malerei vorenthalten geblieben, hätten Künstler ihren Lebensunterhalt nicht durch Auftragsmalereien bestreiten können.
Im Zusammenhang mit den Schlagwörtern Kunst und Kommerz ist vor allem die Kunstrichtung der Pop Art, die sich in den 1950er Jahren ausbildete, interessant. Die Künstler der Pop Art spielten in ihren Werken u.a. mit Konsum und Massenproduktion. Andy Warhol, einer der wichtigsten Vertreter der Pop-Art, trieb dieses Spiel auf die Spitze. In seiner „Factory“ schuf er unzählige Siebdrucke bekannter Motive der damaligen Populärkultur. Diese kritisierten einerseits die Konsumgesellschaft, andererseits betrachtete Warhol seine Kunst als „business“ und hatte bei seinem Schaffen auch durchaus kommerzielle Hintergedanken. Zwischen Kunst und Kommerz – ein Spannungsfeld, in dem sich der Kunstbetrieb von jeher befand.