19.10.2009: Schweizer Mezzo-Sopranistin Marie-Claude Chappuis in Chabriers „L’Étoile“ am Grand Théâtre de Genève – 4.11.09
Mit einer Neuproduktion am bedeutendsten Opernhaus der französischen Schweiz, dem Grand Théâtre Genève, startet die junge Schweizer Mezzo-Sopranistin Marie-Claude Chappuis in die Saison 2009/10. Ab dem 4. November verkörpert sie dort den Lazuli in der fast vergessenen Oper „L’Étoile“ von Emmanuel Chabrier (1841-1894). Szenisch ausgerichtet wird die Produktion vom argentinisch-französischen Theatermagier Jérome Savary und dem Ausstatter Ezio Toffolutti. In weiteren Rollen sind Jean-Paul Fouchécourt als Le roi Ouf 1er, Sophie Graf als La princesse Laoula, sowie Blandine Staskiewicz als Aloès zu erleben. Am Pult des Orchestre de la Suisse Romande steht Jean-Yves Ossonce. Weitere Aufführungen sind für den 6., 9., 11., 13., 15. November sowie 23., 27., 29. und 31. Dezember geplant. Danach geht es für Marie-Claude Chappuis an dem anderen großen Opernhaus der Schweiz, der Oper Zürich, weiter: Als Idamante wird sie in der Wiederaufnahme der umjubelten steirischen Produktion von Mozarts „Idomeneo“ aus dem Jahr 2008 mit Nikolaus Harnoncourt zu erleben sein.
Die selten gespielte Oper „L’Étoile“ von Emmanuel Chabrier gilt als ein Meisterwerk der französischen ?opera-bouffe?, das in der humoresk-satirischen Tradition von Jacques Offenbach und Hervé steht: Der junge Lazuli, ein fliegender Händler mit allerlei Schönheitstinkturen, kommt im Reich des König Ouf in eine brenzliche Situation, da der Herrscher zur allgemeinen Volksbelustigung jährlich eine Hinrichtung organisieren lässt. Auf der Suche nach dem Opfer trifft er auf den ahnungslosen Lazuli. Doch ein hinzugezogener Astrologe rät ihm, Lazuli gut zu behandeln: Im Falle eines möglichen Ablebens des jungen Mannes würde der König nur eine Stunde danach selbst sterben. Natürlich wird Lazuli vom König gehegt und gepflegt. Zu guter Letzt darf er – inzwischen als Thronfolger – sogar seine Angebetete heiraten. Marie-Claude Chappuis:" Lazuli mit seinem Witz und seiner Kurzweiligkeit ist für mich ein völlig neuer Typ von Hosenrolle. Die Interpretation dieser Gestalt ist eine Herausforderung an meine theatralische Spielfreude. Auch stimmlich ist die Partie sehr anspruchsvoll, denn das Register geht vom hohen lyrischen Mezzo bis zur tiefen Altlage, bis hin zum Sprechgesang."
Marie-Claude Chappuis studierte in ihrer Heimatstadt Fribourg und am Mozarteum Salzburg, erste Bühnenerfahrung sammelte sie bei Brigitte Fassbaender in Innsbruck. Eine mehrjährige künstlerische Zusammenarbeit verbindet sie mit Dirigenten von Weltrang – Riccardo Muti, Riccardo Chailly, Renè Jacobs, Sir Roger Norrington, Giovanni Antonini – und Spitzenorchestern wie u. a. Freiburger Barockorchester, Tonhalle Orchester Zürich und Gewandhausorchester Leipzig. Internationale Aufmerksamkeit erregte sie im Sommer 2008 beim Festival Styriarte als Idamante in Mozarts „Idomeneo“ unter dem Dirigat von Nikolaus Harnoncourt – für viele eine der besten Produktionen des Jahres überhaupt.
Premiere: Emmanuel Chabrier „L’Étoile“ – 4. November 2009, Grand Théâtre de Genève
Marie-Claude Chappuis – Lazuli
Jean-Yves Ossonce – Musikalische Leitung, Jérome Savary – Regie, Ezio Toffolutti – Ausstattung
Folgetermine: 6., 9., 11., 13. und 15. November und 23., 27., 29. und 31. Dezember 2009
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